Immobilienkäufer tilgen schneller

Wer eine Immobilie kauft, verschuldet sich in der Regel. Oft sind über 50 Jahre möglich. Nicht so in deutschen Großstädten. Hier hat sich die Tilgungsleistung für das eigene Haus oder die eigene Wohnung in den letzten sechs Jahren deutlich erhöht.

Ermittelt hat das übrigens der Finanzierungsvermittlers Interhyp. Er untersuchte die durchschnittliche Tilgung seit 2008 bis heute. Das Ergebnis: In diesem Zeitraum stieg die Tilgung einer Immobilie von 1,86% auf 2,8 %. Ganz weit vorn liegt dabei die bayerische Landeshauptstadt. Mit 2,82 Prozent haben die Münchner eine besonders hohe Rückzahlungsrate beim Kauf einer Immobilie. Berlin liegt mit 2,85 Tilgungsrate leicht darüber.

Woran das liegt? Einerseits steigen die Einkommen allmählich an, andererseits aber motivieren niedrige Zinsen zum schnelleren Schuldenabbau. Das eingesparte Geld kann in die Tilgung investiert werden. Langfristig spart ein Kreditnehmer so einen ordentlichen Packen Zinsen.
Die höhere Tilgungsleistung zeigt aber auch, dass hohe Immobilienpreise die Münchner und Berliner nicht zum Spekulieren verleiten. Statt dessen sind Haus- und Wohnungskäufe sehr sicherheitsorientiert finanziert.
Die Politik sollte diese solide Entwicklung anerkennen und Bauen nicht unnötig über neue Verordnungen verteuern. Denn die Immobilienwirtschaft ist eine der umsatzstärksten des Landes, von auch der der Staat profitiert. Von der Mehrwertsteuer bei Baustoffen, über Sozialabgaben für Bauarbeiter bis hin zur Grunderwerbssteuer kassiert die Regierung beim Bau jeder Immobilie kräftig mit.
Ihr Bernd Ehret